Eine bewegte Zeit für ein Kleines Dorf

Weltrekord zu hohem Preis

Göschenen schrieb während des Baus des Gotthardtunnels schweizweit, wenn nicht europaweit, Geschichte. Italienische, schweizerische, deutsche und französische Mineure und Ingenieure bauten den längsten Tunnel der Welt. Mit den damals modernsten Bohrmaschinen und Dynamit durchdrangen sie den Gotthard. Die extremen Bedingungen, unter welchen die Arbeiten stattfanden, forderten zahlreiche Opfer. Der erste Streik der modernen Schweiz, bei dem vier Menschen von den völlig überforderten Ordnungskräften erschossen wurden, zeigte auf, dass die Eidgenossenschaft die Arbeiter besser zu schützen hatte.

Originalschauplätze und Geschichte erleben

Während des Tunnelbaus von 1872-1882 zählte das Dorf Göschenen gegen 3‘000 Einwohner. Das sogenannte Goldgräberdorf zählte mehrere Schulen, Gast- und Wohnhäuser, Geschäfte, ein Spital und ein Postamt. Es wurde vor allem gearbeitet, gegessen und geschlafen. Bei der Auszahlung des Lohns alle 14 Tage wurde das Dorf jedoch zum lauten Festplatz. Auf den Spuren des Gotthardtunnel-Dorfs zeigt Kilian T. Elsasser die Originalschauplätze und erzählt Geschichten dazu. Der Schauplatz des Streiks von 1875 kann ebenso besucht werden wie der Visierstollen mit der imposanten Sprengschau. Auch die Lebenssituation der Mineure und ihrer Frauen bringt Kilian T. Elsasser seinen Besucherinnen und Besuchern näher.

Minimuseum für grossen Zeiten

Die Führung startet im neu eröffneten Minimuseum Gotthardbahn im Bahnhof (Seite Matterhorn Gotthardbahn). Die Züge im Massstab 1:32 fahren tatsächlich mit Dampf (Live-Steam) und die grossartige Zeit der Gotthardbahn um 1900 mit seinen Luxuszügen lädt zum Schwelgen in der Vergangenheit ein. Die Züge hielten damals für 20 Minuten in Göschenen, während die Passagiere sich im Bahnhofbuffet verpflegen konnten. Die Lokomotive wurde mit Wasser betankt und das Gestänge frisch geölt. Damit der Zug ohne Probleme durch den längsten Tunnel der Welt ins Tessin gelangen konnte.