Trans Europ Express - ein Novum seinerzeit

 

Als sich ab den 1950er Jahren der Flug- und Automobilverkehr auf dem Vormarsch befand, verlor die Eisenbahn an Attraktivität und drohte gar, ins Hintertreffen zu geraten. Ein grenzüberschreitendes europäisches Schnellzugnetz sollte dem entgegenwirken. Unter dem Namen Trans Europ Express (TEE) einigten sich die Staatsbahnen der Niederlande, Luxemburgs, Belgiens, Frankreichs, Deutschlands, Österreichs, Italiens und der Schweiz in der Folge auf einheitliche Standards. Das eingängige Logo wie auch die zweifarbige Lackierung der TEE-Züge sollte zum Wiedererkennungswert beitragen. Weil Fahrleitungen vielerorts fehlten und die Stromsysteme der europäischen Länder unterschiedlich waren, wurden für die ersten, ab 1957 verkehrenden TEE-Züge Dieselloks eingesetzt. So auch in der Schweiz, wo allerdings gleichzeitig elektrische Triebzüge erprobt wurden. Das Pionierprodukt entwickelte die Schweizerische Industriegesellschaft in Zusammenarbeit mit der Maschinenfabrik Oerlikon sowie der Brown Boveri & Cie. Bis 1961 erhielt die SBB folglich vier elektrische Triebzüge des Typs RAe TEE II 1051-1054. Ein fünfter kam 1967 hinzu.

Ende der 1970er Jahre stürzte die Konkurrenz durch das Flugzeug das Konzept TEE, das allein auf die erste Klasse ausgerichtet war, in die Krise. Die Zukunft des Bahnverkehrs lag in der zweiten Klasse, weshalb die TEE-Züge auf die 1987 eingeführten EuroCity-Standards umgerüstet wurden. Nach der Ausserbetriebnahme ging 2001 die Komposition mit der Nummer 1053 an SBB Historic über, wurde ein Jahr später zurückgebaut und wieder dem Stil der 1960er Jahre nachempfunden. Bis heute hat der Schweizer TEE zahlreiche Fans, weil er seinerzeit eine bahnbrechende Kombination aus Technik, Stil und Komfort war.

 

An den Gotthard-Bahntagen am 18. und 19. September wird ein vielfältiges Volksfest geboten. Dazu zählen unter anderem Fahrten mit historischem und aktuellem Rollmaterial auf der Gotthard-Nordrampe. Auch der legendäre Trans Europ Express (TEE) wird zwischen Erstfeld und Göschenen verkehren. Damit ist dem OK in Zusammenarbeit mit den Bahnpartnern ein echter Coup gelungen.